Die Digitalisierung hält fortschreitend Einzug in unser Leben. Ein Tag ohne das Smartphone – für die meisten von uns undenkbar. Für viele fungiert es als ständiger Begleiter und dient der Kommunikation, der sozialen Organisation oder Dokumentation des eigenen Lebens. Leider ist auch das Smartphone nicht vor dem natürlichen Verfall gefeit. Kleinere Stürze oder Dellen akkumulieren sich mit der Zeit und sorgen früher oder später für einen Totalausfall. Ohne bestehendes Backup wichtiger Daten hilft nur noch der Gang zum Fachmann. 

Richtig handeln bei Datenverlust 

Im Falle eines logischen Datenverlustes ist schnelles Handeln gefragt. Fehlen plötzlich einzelne Dateien oder ganze Verzeichnisse, ist der Betrieb des Smartphones umgehend einzustellen. Durch den Betrieb und die fortlaufende Speicherung neuer Daten steigt das Risiko einer Überschreibung relevanter Dateifragmente der verlorenen Daten. Sehen Sie von der Nutzung kostenloser Recovery-Software aus dem Internet ab, im schlechtesten Fall verschlimmern Sie den Schaden. Für eine Auslesung des Speichers und die Wiederherstellung nicht absichtlich gelöschter Daten wird spezielle Software zur Erstellung eines Speicherabbilds des internen Speichers benötigt. Die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Datenrettung hängt von mehreren Faktoren wie dem Zeitpunkt des Datenverlusts oder der Art des Betriebssystems ab. Im Falle eines physischen Schadens versuchen Sie nicht, den Schaden selbstständig zu beheben. 

Rettbare Daten und Dateisysteme

Grundsätzlich lassen sich sämtliche Daten auslesen und verwerten. Das Dateisystem spielt dabei lediglich eine untergeordnete Rolle. Zu den auslesbaren und verwertbaren Daten gehören so beispielsweise: 

  • Passwörter sowie PIN oder PUK
  • Chats oder Nachrichten in Messengern wie WhatsApp oder ICQ
  • Protokolle in Skype, Ping oder Messenger
  • App Seiten von Google+ oder Facebook
  • Audioaufnahmen und Cookies
  • Persönliche Notizen, Memos, Browser Verläufe und Lesezeichen
  • Kalendereinträge, Termine, Emails und Mail-Kontakte
  • SMS, Nachrichten
  • Anrufprotokolle, MMS
  • Adressbuch, Kontaktfotos
  • Fotos, Video- und Audiodateien

Mögliche Defekte am Smartphone

Ein Datenverlust kann vielerlei Ursachen haben. Man unterscheidet grob zwischen einem logischen und physischen Datenverlust. Zu den physikalischen Defekten zählt beispielsweise ein Wasserschaden oder ein auftretender Spannungsschaden. Szenarien reichen von Stürzen und daraus resultierenden Glasbrüchen bis hin zum explodierenden Akku. Im Falle eines physischen Schadens liegt die Reparatur und Instandsetzung des Geräts im Sinne des Fachmanns, mit dem Ziel einen Zugriff auf den Speicher zu erlangen. Das ausgelesene Speicherabbild lässt sich entschlüsseln und auf ein separates Speichermedium transferieren. Die Erfolgschancen einer Reparatur sind abhängig von der Schwere und Art des auftretenden Defekts. 

Kostenpunkt und Dauer einer Reparatur 

Je nach Art des Defekts kann sich der benötigte Zeitraum für eine Datenrettung von wenigen Stunden bis hin zu mehreren Tagen erstrecken. Die anfallenden Kosten machen sich am anfallenden Arbeitsaufwand und den Kosten für Ersatzteile fest. In Einzelfällen können die Kosten für eine Reparatur den Neupreis eines Geräts übersteigen. Eine Datenrettung lässt sich grundsätzlich bei sämtlichen Modellen jeglicher Hersteller durchführen. Da eine Öffnung des Geräts für eine Reparatur erforderlich ist, erlischt dadurch der Garantieanspruch an den Hersteller. 

Ausnahme: Datenrettung beim Apple iPhone

Möglichkeiten zur Datenrettung sind bei neueren Modellen von Apple dank komplexer Verschlüsselungen stark eingeschränkt. Im Falle versehentlich gelöschter Daten ist eine Wiederherstellung im Normalfall möglich. Im Falle eines Resets in den Werkszustand sind jedoch auch einem Fachmann die Hände gebunden. Eine Wiederherstellung der Daten ist in diesem Fall lediglich via Backup der iCloud möglich. Grundsätzlich sind die Möglichkeiten zur Datenrettung bei Geräten von Apple im Vergleich zu anderen Smartphones eingeschränkt.

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