Von iOS auf Android: Datenübertragung leicht gemacht

iPhones sind zwar hervorragende Smartphones, aber Android hat auch gute Geräte und Software zu bieten. Wechsel vom einen auf das andere Betriebssystem sind daher keine Seltenheit. Aber was passiert mit Ihren Daten? In diesem kurzen Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie Sie von iOS auf Android umsteigen, ohne wichtige Daten zu verlieren.

Der Wechsel zu Android – warum eigentlich?

Ein verbreiteter Grund ist ganz einfach der Preis: Neue iPhones sind tolle Geräte, aber sie tragen auch ein entsprechendes Preisschild. Viele Android-Smartphones bieten vergleichbare Funktionen, gleichzeitig sind sie aber wesentlich günstiger. Zusätzlich stehen bei Android sehr viel mehr Hersteller bereit, die Geräte in den Handel bringen – wie etwa Samsung, LG, Sony, HTC, Huawei und viele mehr. Beim iPhone hingegen müssen Sie zwingend zu dem einzigen Hersteller greifen, der diese Geräte entwickelt: Apple.

Gründe für den Umstieg gibt es also genug – und wir klären jetzt, wie die Datenübertragung funktioniert.

Datenübertragung von iOS zu Android: erste Schritte

Zuerst geht es um die Sicherung der Kontakte, eine der wohl wichtigsten Informationen auf einem Smartphone. Gehen Sie wie folgt vor:

  1. Falls noch nicht geschehen, erstellen Sie zuerst ein Google-Konto. Dieses Konto besitzen Sie bereits, wenn Sie z.B. Gmail, YouTube oder andere Google-Dienste nutzen.
  2. Jetzt koppeln Sie das bestehende iPhone mit Ihrem Computer über ein USB-Kabel. Was für ein Betriebssystem Sie verwenden, spielt keine Rolle. Starten Sie dann iTunes.
  3. Klicken Sie in iTunes auf die Schaltfläche „Info“. Danach gehen Sie auf „Kontakte“. Wenn Sie jetzt Ihre Daten eingeben, werden alle Kontaktdaten in das Google-Konto übertragen.

Das war es schon! Diese einfache Prozedur reicht aus, um die Kontaktdaten auf das Google-Konto und damit auch auf das neue Smartphone zu übertragen. Die Übertragung jener Daten findet statt, wenn Sie das neue Android-Smartphone das erste Mal einrichten. Allerdings handelt es sich bis jetzt nur um einen Teil der Daten, da Sie natürlich viel mehr als nur Kontakte auf dem iPhone haben – wie z.B. Mediendaten in Form von Bildern oder Videos. Auch die können Sie mit dem folgenden Tipp übertragen.

Datenübertragung von iOS zu Android: Mediendaten

Gleich mehrere Methoden stehen bereit, um Medien aller Art auf das Android-Smartphone zu bringen. Die simple Variante ist die Synchronisation mit iTunes. Dieses Programm haben Sie wahrscheinlich sowieso installiert, wenn Sie Apple-Geräte verwenden. Mit iTunes können Sie Daten jeglicher Art übertragen, Backups erstellen und diese später auch auf anderen iOS-Geräten wieder einbinden – oder eben Daten nach Android übertragen. iTunes steht für alle wichtigen Betriebssysteme bereit.

Ebenfalls denkbar ist der Weg über die App Tunesync. Mit einem einfachen USB-Kabel übertragen Sie zuerst Daten von einem iPhone auf den Computer. Dort bleiben sie gelagert, auch wenn Sie das iPhone wieder vom Computer trennen. Danach schließen Sie das Android-Smartphone an den Computer an. In der übersichtlichen App ziehen Sie dann Fotos, Musik, Videos und viele andere Daten einfach via Drag & Drop ins gewünschte Verzeichnis. Damit ersetzt Tunesync iTunes.

Eine weitere Möglichkeit besteht, wenn Sie Picasa verwenden: Inzwischen gehört der Fotodienst zu Google. Installieren Sie zuerst Picasa auf dem iPhone. Der Foto-Upload findet dann entweder manuell statt oder Sie stellen Picasa so ein, dass neue Bilder automatisch in der Cloud gesichert werden. Sobald Sie jetzt Picasa auf dem Android-Smartphone starten und installieren, werden die Fotos, die in der Cloud liegen, auch wieder auf Ihr neues Smartphone übertragen. Dieser Tipp funktioniert aber nur für Bilder.

Nach dem Wechsel: Was ist neu?

Falls Sie frischer Umsteiger von iOS auf Android sind, werden Sie am Anfang wahrscheinlich einige Fragen haben. In den nächsten Abschnitten gehen wir auf einige typische Probleme ein, die neue Android-Nutzer immer wieder haben.

  • a.) Was passiert mit meinem Konto?
  • Ihre Apple-ID spielt unter Android, sofern Sie keine Apple-Dienst verwenden, keine Rolle. Stattdessen läuft alles über das Google-Konto. Dort sichert Google Kontaktdaten, App-Einstellungen, Termine, Kalender und vieles mehr.

  • b.) Woher bekomme ich meine Apps?
  • Unter Android beziehen Sie Apps über den Google Play Store. Dort finden Sie sowohl Programme als auch Filme, Musik, Bücher und vieles mehr. Der Google Play Store bietet mehrere Millionen Produkte zum Herunterladen.

  • c.) Wie funktioniert der Startbildschirm?
  • Google lässt dem Anwender die freie Wahl: In Android können Sie die Icons der Apps beliebig hin und her schieben. Sie dürfen sie in Gruppen organisieren, um z.B. Berufliches von Privatem zu trennen. Neue Apps erscheinen sofort auf dem Startbildschirm. Ist dieser voll, können Sie auch die Menge der Apps auf dem Startbildschirm ändern und so wieder Platz schaffen. Zusätzlich gibt es Widgets: Diese interaktiven Icons kommen z.B. für Wetterberichte oder die Uhr zum Einsatz. Sie wechseln permanent die angezeigten Informationen. Auch diese Widgets können Sie nach Lust und Laune konfigurieren, sofern die App dahinter dies zulässt. Insgesamt handelt es sich um einen sehr dynamischen Startbildschirm, der mehr Einstellungen als unter iOS zulässt.

  • d.) Wie verändere ich Android?
  • Eines der großen Aushängeschilder von Android ist die Individualisierbarkeit durch den Nutzer. Für den Look von Android sind dafür Launcher zuständig – wie etwa der Nova Launcher oder der Microsoft Launcher. Damit ändern Sie den Startbildschirm und die seitlichen Screens teilweise grundlegend.

  • e.) Wie überprüfe ich Android?
  • In den Systemeinstellungen bringt Android diverse Tools mit, um den Status des Smartphones im Auge zu behalten. Damit kontrollieren Sie unter anderem, welche App am meisten Strom braucht, um so vielleicht Ihre Akkulaufzeit zu verlängern. Außerdem können Sie erkennen, welches Programm Ihr Datenvolumen besonders stark belastet – wie vielleicht Kartendienste unterwegs. Diese Diagnose-Tools helfen dabei, Ihr Android-Smartphone zu entschlacken.

Sie sehen: Im Prinzip ist alles ganz einfach. Es ist eher eine Sache der Umstellung als wirkliche Komplexität. Sobald Sie ein wenig Zeit mit Android verbracht haben, wird Ihnen die Navigation genauso vertraut wie unter iOS erscheinen.

Neue Elemente für den Startbildschirm

Zu guter Letzt gehen wir darauf ein, wie Sie den Startbildschirm mit neuen Apps anreichern. Sinnvoll ist es natürlich, dort häufig genutzte Apps zu platzieren, damit Sie sie immer griffbereit haben:

  1. ) Unten in der Mitte des Bildschirms sehen Sie einen Button. Genauso wie unter iOS ist dies das Zeichen, dass es hier eine Docking-Leiste gibt. Dort werden neue Apps abgelegt. Tippen Sie auf den mittleren Button und eine App-Übersicht wird sich öffnen. Dort finden Sie alle Apps, die Sie bisher installiert haben und die Sie auch verschieben dürfen.
  2. ) Halten Sie jetzt den Finger auf der App gedrückt, die Sie auf den Startbildschirm bringen möchten. Das ist vergleichbar mit 3D-Touch von iOS, allerdings entscheidet nicht die Stärke des Drucks, sondern die Dauer. Halten Sie einfach den Finger darauf und ziehen Sie dann die App auf einen freien Platz auf dem Start-Screen.

Übrigens: Falls es keinen freien Ort mehr gibt, können Sie Apps auch einfach gruppieren. Zwei Apps für Online-Banking z.B. könnten Sie direkt aufeinander ziehen. Android erstellt dann automatisch einen Ordner aus beiden Apps und gruppiert sie. Das funktioniert mit allen Apps, allerdings nicht mit Apps und Widgets durcheinander.

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